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Nierensteine (Urolithiasis)

Nierensteine entstehen durch Störungen des chemischen Gleichgewichts des Harns. Wenn sich zu viele Steinbaustoffe (beispielsweise Calcium und Oxalat) oder zu wenig kristallhemmende Stoffe im Urin befinden, bilden sich Kristalle, die aneinander kleben und so einen Stein bilden.

Weitere Ursachen für das Auftreten von Nierensteinen:

  • eine geringe Trinkmenge (wenig und konzentrierter Urin)
  • wiederholte Blasen- und Nierenbeckenentzündungen
  • Medikamentenmissbrauch
  • Abflussbehinderung in den Harnwegen
  • keine körperliche Aktivität über längere Zeit
  • Vorliegen genetischer oder Stoffwechselerkrankungen

Nierensteine können unterschiedlich zusammengesetzt sein:

Die häufigsten Steinarten und ihre Ursachen
Steinart Häufigkeit Farbe/Konsistenz Ursache
Kalziumoxalat 65-70 Prozent gelblich bis schwarz gestörter Kalziumstoffwechsel (Knochenmetastasen, Immobilisation, Überfunktion der Nebenschilddrüsen), massive Vitamin-C-Zufuhr, übermäßiger Verbrauch von Oxalat im Magen-Darm-Trakt (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Leberzirrhose)
Kalziumphosphat 9-10 Prozent grauweißlich, weich Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathreoidismus), Morbus Cushing
Harnsäure 5-10 Prozent gelbbraun bis rotbraun, glatt und rundlich saurer Urin bei Gicht durch Überangebot an Nahrungspurinen, Alkoholbelastung, Tumorzerfall, Medikamente (Urikosurika steigern die Harnsäureausscheidung der Nieren)
Infektsteine 10 Prozent schmutzig-grau, mörtelartig bei Harnwegsinfekten durch ureasebildende Bakterien
Zystinsteine selten gelblich, hart Gendefekt

Nierensteine sind häufig symptomlos, solange sich die Steine nicht bewegen. Oftmals werden die Steine eher zufällig bei Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen entdeckt. Lösen sich dagegen die Steine, kann eine Nierenkolik (schmerzhafter Krampf) hervorgerufen werden.

Symptome:

  • schlagartig beginnende stärkste Schmerzen, wellenförmig krampfartig wiederkehrend
  • Schmerzsteigerung innerhalb von 15-30 Minuten
  • oftmals Erbrechen
  • Stuhl- und Windverhalten
  • Unruhe, Stillliegen nicht möglich
  • Flankenschmerz auf der betroffenen Seite
  • brennendes Gefühl beim Wasserlassen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schwäche
  • Schmerzausstrahlung je nach Lage des Nierensteins in die Nierengegend, Rücken bis Unterbauch, Unterbauch bis Blase, Labien oder Hoden

Wenn der Stein die Verbindung zwischen Harnleiter und Harnblase erreicht, können schmerzhaftes Wasserlassen und Harndrang auftreten. Gelangt der Stein schließlich in die Blase, verschwindet die Nierenkolik spontan.

Bei der Diagnosestellung sollten zunächst eventuelle Vorerkrankungen wie Gicht, Harnwegsinfekte, Harnwegsoperationen, familiäre Vorbelastungen und Blut im Urin abgeklärt werden. Bei der körperlichen Untersuchung sollte auf ein schmerzhaftes Nierenlager, Blasenhochstand und einen tastbaren Tumor geachtet werden. Des Weiteren helfen radiologische Untersuchungen sowie spezialisierte Röntgentechniken oder Ultraschalluntersuchungen die Existenz von Steinen festzustellen und deren Größe und Lage exakt zu bestimmen. Blut- und Urinuntersuchungen können die Ursache der Steine aufklären.

Die Behandlung kann bei kleineren Steinen in einer größeren Trinkmenge, einer Diät und Medikamenten bestehen. Rund 90 Prozent der Steine gehen innerhalb von 3 bis 6 Wochen spontan ab. Größere Steine müssen immer entfernen, da sie Harnstau, Infektionen und Nierenschäden verursachen können.

Bei einer Nierenkolik kann durch "viel trinken", Bewegung und Treppabwärtshüpfen versucht werden, den Stein zu lösen. Klinisch erhöht man mit einer Kochsalzlösung den Diuresedruck. Nach Bedarf können Schmerzmittel den Vorgang erleichtern.

Sind die Steine zu groß für einen spontanen Abgang, werden sie noch im Körper mit hochenergetischen Stoßwellen (Ultraschall) zertrümmert. Dieses Verfahren nennt sich Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL). Es greift nur harte Strukturen an und ist daher völlig ungefährlich für den Körper.

Die Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen ist immer empfehlenswert. Die Rezidivhäufigkeit ohne Prophylaxe liegt bei 50-70 Prozent, mit Prophylaxe bei unter 5 Prozent.

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