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Bauchspeicheldrüsenentzündung (Akute Pankreatitis)

Die akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) ist eine häufige Differentialdiagnose bei akuten Oberbauchschmerzen. Die Erkrankung bedarf einer sorgfältigen, zum Teil auch stationären Therapie. Man unterscheidet zwei Formen:

  • leichtere, interstitiell-ödematöse Form (85 Prozent der Fälle)
  • schwerere, hämorrhagisch-nekrotisierende Form (15 Prozent der Fälle)

Ausgelöst wird die akute Pankreatitis beispielsweise durch Gallensteine, übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen, idiopathisch oder durch andere Vorerkrankungen. Auch Medikamente können eine Pankreatitis verursachen.

Leitsymptome sind starke, schlagartig einsetzende, andauernde, linksbetonte und gürtelförmig ausstrahlende Oberbauchschmerzen (Vernichtungsschmerz). Der Bauchraum ist infolge von übermäßigen Gasansammlungen überbläht. Zusätzlich treten Übelkeit und Erbrechen auf. Häufiger findet man eine Hypotonie und Tachykardie, in schweren Fällen kann ein Volumenmangelschock auftreten. Manchmal treten auch eine Gesichtsrötung (Flush) und/oder eine leichte Gelbsucht (Ikterus) auf. Kommt es zu Einblutungen in die Bauchwand, ist dies Ausdruck einer schweren, hämorrhagischen Verlaufsform.

Die Diagnose akute Pankreatitis wird gefestigt mittels der Bestimmung der Pankreasenzyme Lipase und Amylase. Diese sind bei dieser Erkrankung auf mehr als das 3-fache im Blutserum erhöht. Die Schwere der Erkrankung korreliert dabei nicht mit der Höhe der Serumenzyme. Man findet zum Beispiel bei schwersten Verlaufsformen mit einer totalen Nekrose der Bauchspeicheldrüse oder auch bei einem akuten Schub einer chronischen Pankreatitis oft falsch niedrige Werte. Die Diagnose kann durch bildgebende Befunde wie Sonographie und Computertomographie gesichert werden.

Differentialdiagnosen:

  • Herzinfarkt (!)
  • akute Gallenblasenentzündung
  • Nierenkolik
  • Strangulationsileus
  • Aortenaneurysma
  • Magenulkus
  • Mesenterialinfarkt

Therapie:

Handelt es sich um eine leichte Form der akuten Pankreatitis, ist keine stationäre Aufnahme von Nöten. Sie kann ambulant mittels Nahrungskarenz (1-3 Tage) und einer angemessenen Schmerztherapie behandelt werden. Sind Übelkeit und Erbrechen beendet, kann zügig ein abgestufter Kostaufbau eingeleitet werden.

Bei der schweren Form der akuten Pankreatitis ist eine Behandlung im Krankenhaus, teilweise auf der Intensivstation, erforderlich. Es wird ein zentraler Venenkatheter, ein Blasenkatheter und wenn notwendig, eine Ernährungssonde angelegt. Auch hier erfolgt zunächst eine konservative Behandlung mit einer oralen Nahrungskarenz. Gegebenenfalls muss zur Vermeidung eines Schocks eine Volumen- und Kalorienunterstützung gegeben werden. Dem Patienten müssen dabei mindestens drei Liter Flüssigkeit zugeführt werden, um ein ausreichendes Volumen in den Gefäßen aufrechtzuerhalten. Es erfolgt ein langsamer Nahrungsaufbau über eine Sonde. Dabei werden zunächst 10-15 kcal/kg Körpergewicht/Tag zugeführt und diese dann auf circa 25 kcal/kg Körpergewicht/Tag gesteigert. Häufig erfolgt zusätzlich eine Stressulkusprophylaxe. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien wird vorsorglich eine Antibiotikatherapie durchgeführt, um beispielsweise die Gefahr einer Sepsis einzudämmen.

Ein ganz wichtiges Therapieziel, gerade bei den schweren Verlaufsformen ist eine adäquate Schmerztherapie.

Komplikationen der akuten Pankreatitis für den Körper:

  • Schock
  • akutes Nierenversagen
  • Lungenbeteiligung mit Ateminsuffizienz
  • Darmverschluss
  • Sepsis
  • Elektrolytstörungen
  • Diabetes mellitus
  • Gerinnungsstörungen
  • Blutungen
  • Abszessbildung

Ist die Ursache der akuten Pankreatitis bekannt und beseitigt und die akute Entzündung abgeklungen, heilt die Erkrankung in der Regel aus. Handelt es sich um einen schwereren Krankheitsverlauf sind Komplikationen und Rezidivbildungen möglich. Eine strikte Alkoholabstinenz hilft, Pankreatitisrezidive zu vermeiden.


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