Facharztzentrum Gorch Fock
×
0 46 24 - 80 30 40
Facharztzentrum Gorch Fock
Gorch-Fock-Str. 15-19
24848 Kropp
Kontaktdaten speichern
Servicezeiten
08:00 - 18:00 Uhr
08:00 - 18:00 Uhr
08:00 - 18:00 Uhr
08:00 - 20:00 Uhr
08:00 - 18:00 Uhr

« Zurück

Osteochondrose

Unter Osteochondrose versteht man eine verschleißbedingte Knochen-Knorpel-Veränderung in einem Gelenkbereich. Diese Veränderungen können an allen Gelenken auftreten. Osteochondrosen gibt es auch im Epiphysenbereich der langen Röhrenknochen. Als Epiphyse bezeichnet man das beidseitige Endstück langer Röhrenknochen.

Die häufigste Ursache einer Osteochondrose der Wirbelsäule beim Erwachsenen ist der Verschleiß durch eine chronische Fehlbelastung. Es kommt zu degenerativen Veränderungen der Bandscheiben sowie der Deck- und Grundplatten der unmittelbar benachbarten Wirbelkörper. Die Pufferfähigkeit der Bandscheibe lässt nach. Die Bandscheiben verlieren durch zunehmenden Wasserverlust an Höhe, und es tritt eine krankhafte Verhärtung des Wirbelkörper-Knochengewebes im Bereich der Platten durch Bindegewebsvermehrung auf (Sklerosierung).

Die Folgen sind eine Veränderung der Wirbelsäulenstatik mit Veränderungen des Muskel-Bandapparates sowie deren Verkürzung und Funktionsverlust. Zudem kann ein Wirbelgleiten entstehen. Die Gelenkflächen passen nicht mehr zueinander, was zu einer Arthrose an den Wirbelgelenken führt. Außerdem entstehen verschleißbedingte Verkrümmungen aufgrund massiver Instabilitäten (Skoliosen, Kyphosen). Der Spinalkanal wird aufgrund von hypertrophen Gelenksabnützungen (Spondylarthrosen) eingeengt. Bis zu einem gewissen Grad sind Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule normale Alterserscheinungen. Bei neunzig Prozent der über 50-jährigen Männer findet man spondylotische Randzacken.

Patienten, die an einer Skoliose, d.h. an einer Seitverbiegung der Wirbelsäule leiden, sind häufig von einer Osteochondrose betroffen. Die Seitverbiegung führt dazu, dass die Bandscheibe einseitig sehr stark belastet und im Lauf der Jahre verschlissen wird. Weitere Ursachen für eine Osteochondrose sind beispielsweise frühere Bandscheibenvorfälle, Entzündungen der Bandscheiben oder Spätfolgen einer Bandscheibenoperation.

Symptomatisch sind hartnäckige, schwer zu beeinflussende Rückenschmerzen in Abhängigkeit des Wirbelsäulenabschnittes (Nacken oder Kreuz). Im Bereich der Osteochondrose sind Bewegungen stark eingeschränkt. Bei zusätzlicher Blockierung von Nervenbahnen können Schmerzen und Ausfallserscheinungen auftreten. Beispiel: Die Osteochondrose der Halswirbelsäule mit Nervenblockierung kann einen akuten Schiefhals hervorrufen, außerdem Nacken- und Kopfschmerzen, die zusätzlich in den Schulter- und Armbereich ausstrahlen können. Besonders häufig ist die Osteochondrose der Wirbelsäule im Lendenwirbelsäulenbereich lokalisiert. Hier können die Schmerzen bis ins Bein ausstrahlen. Belastungs- oder Fehlbelastungssituationen führen zu plötzlich einschießenden Schmerzen. Die Muskulatur über dem betroffenen Wirbelsegment ist durch die schmerzreflektorische Ruhigstellung oftmals stark verspannt. Bei Vorliegen einer Blockierung des Spinalkanals ist die Gehstrecke eingeschränkt.

Die Basisdiagnostik bei der Osteochondrose besteht aus der Erhebung der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung, der neurologischen Untersuchung (Ausfallserscheinungen) und dem Röntgen. Dabei werden die Wirbelsäulenabschnitte im Stehen in zwei Ebenen aufgenommen. Bei fortgeschrittener Erkrankung, im Stadium der Instabilität, erlaubt die Magnetresonanztomographie (MRT, Schichtbilddiagnostik) die Beurteilung des Spinalkanals, der Nerven, Knochen, Muskeln, Bänder, Ödeme im Wirbelkörper und der Spinalkanalstenose.

Das Hauptziel der Osteochondrosetherapie ist es, die Muskulatur über der betroffenen und der benachbarten Region zu trainieren und somit die Belastung der Wirbelsäule so weit wie möglich zu reduzieren. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad des Krankheitsbildes. In der Anfangsphase stehen krankengymnastische Behandlungen im Vordergrund. In der akuten Schmerzphase wird die Osteochondrose mit Schmerzmitteln behandelt. Die operative Behandlung ist immer die letzte Behandlungsform. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn beispielsweise eine Blasen- oder Mastdarmlähmung vorliegt, die durch die Einengung des Spinalkanals oder durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen werden kann.


Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen »

« Zurück

©2019 Praxeninformationsseiten | Impressum